Wie Angreifer soziale Netzwerke ausnutzen
Cyberkriminelle sammeln gezielt Informationen aus öffentlichen Profilen. Sie durchsuchen Fotos, Beiträge oder Kommentare und können daraus ein genaues Bild einer Person erstellen. Dieses Sammeln von frei zugänglichen Daten nennt man Open Source Intelligence, kurz OSINT. Früher wurde OSINT vor allem vom Militär, Politik und Wirtschaft genutzt, um Zeitungen, Radio und öffentliche Informationen zu analysieren. Heute wird es besonders im Social Engineering, Social Media und für Unternehmensrecherche genutzt.
Mit den gesammelten Informationen verfassen Angreifer oft täuschend echte Nachrichten, um sich als vertraute Person auszugeben und an Passwörter oder vertrauliche Daten zu gelangen. Häufig werden auch gefälschte Profile erstellt, die sehr glaubwürdig wirken. Darüber verschicken Betrüger Links oder Dateien, die Schadsoftware enthalten. Wer sie öffnet, riskiert, dass Angreifer Zugriff auf das eigene Gerät oder Netzwerk erhalten.
Betrüger nutzen oft psychologische Tricks und spielen mit Emotionen wie Angst, Mitleid oder Neugier, um Menschen zum Teilen ihrer Daten zu drängen. Meistens tarnen sie sich als Freunde, Bekannte oder sogar offizielle Seiten von Unternehmen oder Behörden. Diese Methoden nennt man Social Engineering oder Phishing. Deshalb ist es wichtig, misstrauisch zu bleiben und keine persönlichen Informationen über Nachrichten oder Kommentare weiterzugeben.
Risiken für Unternehmen, Mitarbeiter und Nutzer
Unbedachte Beiträge in sozialen Netzwerken können vertrauliche Informationen preisgeben, die von anderen genutzt werden, um gefälschte Profile zu erstellen. Damit wird es Betrügern erleichtert Mitarbeiter hereinzulegen und an interne Informationen oder sensible Daten zu gelangen.
Es kann auch passieren, dass die Informationen genutzt werden, um Mitarbeiter bloßzustellen oder gefälschte Informationen oder Bilder zu teilen, um den Ruf eines Unternehmens zu beschädigen.
Ein anderer wichtiger Punkt für Unternehmen ist der Datenschutz. Firmen sind verpflichtet die Daten Ihrer Mitarbeiter und Ihrer Kunden zu schützen. Aus diesem Grund sollten Informationen, die in den sozialen Medien geteilt werden, immer darauf geprüft werden, ob keinen persönlichen Daten darin enthalten sind.
Wer unbedacht Informationen teilt, gefährdet nicht nur die eigene Sicherheit, sondern auch das Vertrauen innerhalb und außerhalb der Firma. Deshalb ist es wichtig, immer genau zu überlegen, welche Inhalte online geteilt werden.
Besonderer Schutz für Jugendliche
Jugendliche teilen oft Fotos, Videos oder ihren Standort, ohne sich der Risiken bewusst zu sein. Diese Offenheit macht sie besonders anfällig für Betrug, Phishing oder Identitätsdiebstahl.
Eltern, Schulen und auch Unternehmen sollten Jugendliche frühzeitig über Datenschutz und Sicherheit im Internet aufklären. Sie sollten verstehen, wie soziale Netzwerke funktionieren, welche Gefahren drohen und wie sie ihre Privatsphäre-Einstellungen richtig nutzen, damit persönliche Informationen geschützt bleiben. Wir haben dazu noch einmal einen eigenen Blog-Artikel gestellt, auf dem Sie sich informieren können.
Lösungen zum Schutz von Daten und Informationen
Für die eigene Sicherheit und für die Sicherheit in Unternehmen sollte man im Umgang mit sozialen Medien einiges beachten. Wenn Sie folgende Punkte beherzigen, sind Sie schon deutlich stärker auf der sicheren Seite unterwegs:
1. Klare Regeln aufstellen
Private Personen und Unternehmen sollten festlegen, welche Informationen geteilt werden dürfen und welche nicht.
2. Schulungen und Aufklärung
Regelmäßige Schulungen helfen, Risiken zu erkennen und sicher mit Social Media umzugehen. So entwickelt man ein Bewusstsein für Datenschutz und Sicherheit.
3. Privatsphäre-Einstellungen nutzen
Man sollte regelmäßig prüfen, wer Beiträge, Stories oder persönliche Informationen sehen kann. Nur ausgewählte Personen sollten Zugriff haben.
4. Daten regelmäßig kontrollieren
Es ist sinnvoll, regelmäßig nachzusehen, welche Informationen über die eigene Person im Internet zu finden sind, um falsche Einträge zu melden oder löschen zu lassen.
5. Technische Schutzmaßnahmen
In sozialen Netzwerken können kleine Sicherheitseinstellungen einen großen Unterschied machen.
Die Multi-Faktor-Authentifizierung schützt Konten vor Fremdzugriff. Starke Passwörter und eingeschränkte App-Berechtigungen verhindern, dass persönliche Daten in falsche Hände geraten.
Außerdem sollte man niemals auf unbekannte Links klicken oder auf verdächtige Nachrichten reagieren.
Fazit
Soziale Medien sind eine tolle Sache, wenn man sie mit der nötigen Vorsicht nutzt. Unternehmen sollten klare Richtlinien über den Umgang damit schaffen. Um sich vor Social Engineering Angriffen noch besser zu schützen sollte zusätzlich weitere Sicherheitsmaßnahmen wie eine Firewall oder Endpoint Security implementiert werden.