Was genau ist das Dark Net?
Stellt man sich das Internet wie einen Eisberg vor, so sind die Webseiten, die man oft täglich nutzt, das was wir über der Wasseroberfläche sehen können. Man bezeichnet diese Seiten deshalb oft auch als „Surface Web“. Also alle Seiten, die auf der Oberfläche sind. Darunter findet sich jedoch deutlich mehr. Vieles davon wird von Suchmaschinen nicht einmal erfasst. Beispielsweise Datenbanken und diverse Intranets. Darunter fällt auch das Dark Net.
Man kann jedoch nicht von dem einen „Dark Net“ sprechen, da es meist viele verschiedene Dark Nets gibt, die von einander getrennt sind. Man erreicht sie meist nur mit spezieller Software und eigenen Zugängen. Die Zugriffsmöglichkeiten sind oft versteckt und die Kommunikation läuft verschlüsselt ab. Zwar hat jedes Dark Net seine eigenen Regeln und technischen Grundlagen, meist haben jedoch alle gemeinsam, dass sich die Nutzer dort, weitgehend, anonym bewegen.
Manchmal wird der Begriff „Deep Web“ auch mit dem Begriff „Dark Net“ verwechselt. Hier muss man jedoch unterscheiden. Das „Deep Web“ sammelt alle Bereiche, die hinter einem Login verborgen sind. Beispielsweise bei Foren, bei denen ohne Login nur ein Teil des ganzen Forums zu sehen ist. Das Dark Net hingegen liegt nicht immer zwingend hinter einem Login, sondern der Zugriff darauf ist leicht schwieriger..
Wie kommt man ins Dark Net?
Um auf das Dark Net zugreifen zu können wird in der Regel ein eigener Browser oder Client genutzt. Der bekannteste ist der „Tor-Browser“. Dieser leitet die eigene Verbindung über mehrere Zwischenstationen. Dabei kennt jeder Punkt immer nur den vorherigen und den nachfolgenden. Das macht es deutlich schwieriger den eigentlichen Nutzer zu rückverfolgen. Dies ist meist für die eigene Anonymität auch genau so gewünscht. Die Seiten im Dark Net sind nicht indexiert und werden somit nicht durch Suchmaschinen gefunden. Man muss ihre Adresse kennen, sonst kann man nicht darauf zugreifen. Hinzukommt, dass die Endungen in der Regel nicht „de“ oder „com“ sind, wie man das von Internetadressen gewohnt ist, sondern irgendwelche kryptischen Endungen oder ungewöhnliche Endungen haben wie „onion“.
Wofür wird das Dark Net genutzt?
In den Medien bekannt werden vor allem häufig die dunklen Seiten des Dark Nets, in denen illegale Aktivitäten stattfinden. Vor allem der Handel mit Drogen, Waffen, gefälschten Dokumenten und auch gestohlenen Daten ist vielen bekannt. Auch im Rahmen von Kinderpornografischem Material kommt das Dark Net häufig in die Medien. Vor allem in Filmen, aber auch gelegentlich in den Nachrichten erfährt man von Hackern, die sich im Dark Net mit Wissen und Tools austauschen oder bei Angeboten wie „Ransomware-as-a-Service“ sogar fertige Angriffswerkzeuge mieten.
Tatsächlich gibt es aber auch eine sehr positive Nutzung hiervon. Beispielsweise wird das Dark Net in totalitären Staaten von Aktivisten genutzt, um sich miteinander zu verbinden ohne vom Staat abgefangen zu werden. Für Journalisten und Regime-Gegnern wird es oft erst dadurch möglich miteinander zu kommunizieren, da das Internet selbst vom Staat reguliert wird und auch soziale Medien wie Facebook gesperrt sind. Für Whistleblower und andere gefährdete Gruppen ist das Dark Net auch eine Möglichkeit anonym auf Missstände aufmerksam zu machen oder Journalisten Insider-Wissen zukommen zu lassen, ohne sich selbst zu gefährden. Im extremsten Fall wäre von diesen Personen, sollte der Name öffentlich bekannt sein, sogar das eigene Leben in Gefahr.
Dieser Mix aus guten und schlechten Aktivitäten gibt dem Dark Net eine Vielschichtigkeit wie sie jedoch medial selten kommuniziert wird. Es bietet entsprechend nicht nur Kriminellen eine Plattform, sondern sorgt auch dafür, dass unterdrückte Menschen oder Whistleblower auf problematische Umstände aufmerksam machen können..
Kann jeder auf das Dark Net zugreifen?
Viele wollen sich einfach mal aus Spaß oder Neugier im Dark Net umschauen. Tatsächlich ist das jedoch nicht ungefährlich. Viele der Marktplätze dort haben betrügerische Absichten. Zudem ist Schadsoftware dort sehr weit verbreitet. Das Dark Net ist im Prinzip der nicht regulierte Raum im Internet. Dadurch ist es schwierig Betrüger zu erkennen und am Ende sein Geld wiederzubekommen. Hinzu kommt, dass die Möglichkeit besteht versehentlich auf Seiten zu landen, die strafbare Inhalte enthalten. Bereits das Anschauen und auch das Herunterladen bestimmter Inhalte kann zu rechtlichen Konsequenzen führen. Tatsächlich spricht man zwar häufig von einer Anonymität im Dark Net, aber auch diese ist limitiert. Jeder Nutzer hinterlässt darin Spuren, die geübte Personen auch finden und nachverfolgen können. Zum einen können Strafbeamte diesen Spuren nachgehen, aber auch Kriminelle können Nutzer ausfindig machen.
Das Dark Net ist daher kein Spielplatz auf dem sich jeder beliebig austoben kann, sondern sollte von Laien am besten gemieden werden.
Fazit: Das Dark Net ist kein mystischer Ort sondern ein Werkzeug
Das Dark Net ist kein magischer, gefährlicher Ort auf den nur die wildesten Hacker Zugriff haben. Es ist ein Werkzeug das je nach Nutzung schwere Straftaten oder Freiheit ermöglicht. Da es als Laie schwer ist alles im Dark Net zu überblicken und gleichzeitig auf die eigene Cybersicherheit zu achten, raten wir dazu diesen Bereich des Internets einfach zu meiden.