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Die Zeit der Kabelverbindung scheint immer mehr vorbei zu sein. Fast niemand nutzt mehr ein Festnetztelefon oder schließt seinen Laptop an ein LAN-Kabel an. WLAN, Mobilfunk und GPS sind nur einige drahtlose Verbindungen, die sich in unserem Alltag fest etabliert haben. Jamming setzt genau hier an und stört diese Verbindungen. Welche Konsequenzen dies haben kann, erklären wir heute in unserem Blog-Beitrag.
Der Buchstabe J umringt von Symbolen für IT-Sicherheit

Was versteht man unter Jamming?

Jamming wurde ursprünglich hauptsächlich in militärischen und staatlichen Kontexten benutzt. Es ist, kurz gesagt, das absichtliche Blockieren oder Überlagern von drahtlosen Signalen. Durch diese wird die Kommunikation unterbunden und Sicherheitsmaßnahmen, die an drahtlose Signale gebunden sind, ausgehebelt. Typische Ziele sind unter anderem WLAN-Netzwerke, Mobilfunksignale und GPS-Ortung.
Man konnte jedoch feststellen, dass mit Jamming auch andere Bereiche beeinflusst werden können und hier wird es vor allem für Unternehmen und Privatpersonen interessant. Die Bereiche sind funkbasierte Alarm- und Sicherheitssysteme sowie Smart-Home-Geräte.

Wie gefährlich ist Jamming für Unternehmen?

In Unternehmen gibt es zunehmend drahtlose Infrastruktur. Dadurch bieten sie natürlich eine Angriffsfläche für Jamming. Allerdings muss man hier festhalten, dass Jamming eine physische Nähe zum Opfer erfordert, um die drahtlosen Geräte zu stören. Das dies geschieht, um Firmen beispielsweise in ihrem Ablauf zu stören oder zu erpressen ist eher unwahrscheinlich. Vielmehr kann Jamming genutzt werden, um Kamerasysteme für einen potentiellen Einbruch zu stören.

Wie wahrscheinlich ist ein durch Jamming unterstützter physischer Einbruch?

Jamming betrifft nur Sicherheits- und Überwachungssystem, die drahtlos funktionieren. Vor allem Kameras die Inhalte automatisch an eine Cloud senden und nicht auf einer eigenen Festplatte speichern, können so gestört werden, dass am Ende kein Material mehr vorhanden ist, um etwaige Einbrecher zu überführen. Dies betrifft Unternehmen, aber auch Privatpersonen, die solche Sicherheitssystem nutzen.

Welche Geräte können für einen Einbruch gestört werden?

Im folgenden beschreiben wir die drei größten Feldern in denen Jamming zum Einsatz kommen kann:

1. Funkbasierte Alarmanlagen und Kamerasysteme

Durch die Störung der Funksignale kann es passieren, dass Sensoren an Tür und Fenster nicht auslösen. Weiterhin werden Kameras vom Netz abgeschnitten. Dadurch erreichen Alarme nicht die Sicherheitsanbieter oder die Handys der Hausbesitzer.

2. Smart Home

Bei Smart Homes gibt es viele angreifbare Punkte, die gestört werden können. Dazu gehören intelligente Türschlösser, Bewegungsmelder, die Heizungs- und Lichtsteuerung sowie die Sprachassistenten, die bei der Steuerung des Smart Homes unterstützen. Während letzteres mehr ein Ärgernis ist, ist vor allem der erste Punkt ein Sicherheitsrisiko.

3. Fahrzeugdiebstahl in der Kombination mit GPS-Störung

Neuere Autos haben ein eingebautes GPS-System und lassen sich dadurch leichter orten. Dies hilft natürlich auch im Falle eines Diebstahls. Aus diesem Grund nutzen manche Diebe heutzutage Jamming als Methode, um das GPS des Autos nach dem Diebstahl zu stören.

Wie häufig kommt Jamming vor?

Jamming ist bei weitem noch kein Massenphänomen. Zwar gibt es bekannte Fälle bei denen mit Hilfe von dieser Funk-Störung Einbrüche durchgeführt wurden. Aber es ist dennoch nicht so häufig wie beispielsweise Phishing oder einfache ganz „analoge“ Einbrüche. Etwas stärker gefährdet sind Besitzer von hochwertigen Immobilien und Unternehmen. Aber auch hier ist die Anzahl an realistischen Jamming-Versuchen überschaubar.

Sollte sich mein Unternehmen gegen Jamming schützen?

Zwar ist Jamming nicht zwingend die Hauptgefahr im Unternehmen, aber es schadet nicht dieses mitzudenken. Wir empfehlen hier eine Sicherheitsarchitektur, die vielschichtig ist und sich nicht nur auf einen Faktor verlässt. Beispielsweise könnten Überwachungskameras einen lokalen Speicher nutzen oder es gibt zusätzlich physische Zugriffskontrollen. Man kann mehrere Kommunikationswege schaffen. Beispielsweise durch eine LAN- und WLAN Verbindung. Als Backup könnte man zusätzlich zu einem Cloud-Backup auch ein lokales anlegen.

Wie kann ich mich als Privatperson schützen?

Für Privatpersonen gelten ähnliche Regeln, um sich gegen Jamming zu schützen. Beispielsweise sollten kritische Komponenten wie Sensoren für die Haustür verkabelt sein und nicht nur über Funk laufen. Auch die Kameras sollten ohne Internet weiterhin Inhalte, zumindest über einen gewissen Zeitraum, speichern können. Manche Sicherheitssystem haben bereits eine integrierte Erkennung für Jamming und bieten dadurch zusätzliche Sicherheit. Reine mechanische Sicherheit sollte auch nicht vernachlässigt werden. Beispielsweise zusätzliche Schlösser an Türen und Fenster.

Fazit

Jamming wird zwar bereits betrieben, es ist jedoch eher eine Nischen-Bedrohung für Privatpersonen und Unternehmen. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir eine absichtliche Störung des Funkverkehrs in einem Hollywood-Blockbuster sehen, ist deutlich höher als die, es real zu erleben. Allerdings streift Jamming einen anderen Bereich, der wichtig für die Sicherheit ist: Einbruchschutz, Backupsysteme und Abhängigkeit von WLAN. Um alle drei Bereiche sollte man sich kümmern. Dabei kann Jamming einfach mitgedacht werden. Für den Einbruchschutz lassen sich zusätzlich mechanische Schlösser anbringen, bei Backups ist es ohnehin besser, diese an verschiedenen Standorten zu lagern und wenn ein Unternehmen stark von Internet oder der eigenen Netzwerkstruktur abhängt, sollten hier auch entsprechende Sicherheitsmaßnahmen implementiert werden.