Was ist Malware?
Der Begriff „Malware“ wurde bereits in den 1990er Jahren verwendet. Er ist ein Kofferwort aus den beiden englischen Wörtern „malicious“ („bösartig“) und „Software“. Darunter fallen alle Programme, deren hauptsächlicher Zweck ist, schädlich zu agieren. Heute wird der Begriff vor allem als Überbegriff für verschiedene Arten an Schadsoftware verwendet. Dabei spielt es nur eine untergeordnete Rolle, wie das Schadprogramm am Ende genau agiert. Deshalb zählen Viren, Würmer, Ransomware, Trojaner oder auch Spyware alle zu Malware.
Wer ist durch Malware gefährdet?
Prinzipiell kann ein Malware-Angriff jeden treffen. Das bedeutet, es gehören Privatpersonen, Behörden, Unternehmen und sogar medizinische Einrichtungen zu den potentiellen Opfern. Immer wieder begegnet uns die verbreitete Ansicht, nicht „groß“, „bekannt“ oder „reich“ genug zu sein, um für Cyberkriminelle interessant zu sein. Dahinter steckt aber ein Irrtum, der sich immer noch hartnäckig hält. Digitale Kriminalität wird nicht nur von menschlichen Akteuren durchgeführt. Viel passiert einfach durch ein Bot-System. So wie bei Google nicht Mitarbeiter händisch das Internet nach Seiten durchsuchen, die bei einem Suchergebnis gezeigt werden, so suchen Kriminelle nicht händisch nach ihrem nächsten Opfer. Diese Arbeit übernehmen Bots. Die prüfen automatisch wie zugänglich ein System von außen ist und nicht wie bekannt oder vermögend ein Unternehmen oder eine Privatsystem ist. Teilweise laufen sämtliche Schritte, vom Finden des Opfers, über eine Ransomware-Sperrung bis hin zum Lösegeld Empfang völlig automatisiert.
Werden kleine- und mittelständische Unternehmen häufiger angegriffen?
Laut Bundeslagebericht vom Bundesministerium für Sicherheit und Informationstechnik (BSI) wurden 2025 über 950 Angriffe mit Ransomware gemeldet. Davon betrafen 80 Prozent KMU. Dabei muss man bedenken, dass Ransomware nur ein Teil von Malware ist und auch nicht alle Angriffe gemeldet wurden. Dies zeigt eindrücklich, dass kleine- und mittelständische Unternehmen ein deutliches Angriffsziel von Cyberkriminellen sind. Mit NIS-2 steigen die Meldepflichten und die Statistik nächstes Jahr werden wahrscheinlich noch einige Fälle mehr bekannt werden. 72% der genannten Ransomware-Angriffe 2025 waren übrigens so massiv, dass es zu Datenleaks kam.
Warum werden vor allem KMU Opfer von Malware?
Im Gegensatz zu größeren Unternehmen haben vor allem kleine- und mittelständische Unternehmen oft deutlich weniger IT-Sicherheitsmaßnahmen. Zum einen ist das Budget nicht so hoch wie bei großen Unternehmen und auch nicht immer ist das Gefahrenbewusstsein so stark ausgeprägt. Hinzu kommen auch personelle Engpässe. Noch immer gibt es einen Fachkräftemangel und nicht jede Firma kann oder möchte einen eigenen Experten für IT-Sicherheit einstellen. Jetzt könnte man sagen, das wissen auch Cyberkriminelle und sie begeben sich damit gezielt auf die Suche nach KMUs. Das ist aber so nicht richtig, viel mehr findet das Bot-Netz, das kontinuierlich durch das Netz geistert häufiger offene Zugänge und Sicherheitslücken bei KMU. Diese werden dann ausgenutzt und es kommt zu einem Vorfall.
Warum ist ein Malware-Angriff vor allem für kleine- und mittelständische Unternehmen so gefährlich?
Neben der Tatsache, dass die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass ein Angriff erfolgreich verläuft, sind auch die Folgen eines Cyberangriffs meist deutlich gravierender. Der entstandene finanzielle Schaden kann nicht immer kompensiert werden. Teilweise sind Firmen nach einem Angriff so geschädigt, dass das Unternehmen Insolvenz anmelden muss. Viele Unternehmen sind aber nicht nur schlecht geschützt, sondern auch nicht für den Notfall gewappnet. Das hat zur Folge, dass nach einem erfolgreichen Malware-Angriff erst einmal alles still steht. Während bei größeren Unternehmen ein Notfallplan und schnelle Incident-Maßnahmen greifen, wird in kleineren Unternehmen erst im Falle eines Vorfalls überlegt, welcher Schritt der nächste sinnvolle ist. Das kostet jedoch sehr viel Zeit. Jede Minute, in der die Mitarbeiter nicht arbeiten können und jeder Moment in dem die Produktion still steht, kostet Geld.
Wie können Sie Ihr Unternehmen vor Malware schützen?
IT-Sicherheitsmaßnahmen sind nicht nur für große Unternehmen, sondern auch für KMU relevant. Wir raten Ihnen deshalb zu folgenden Maßnahmen gegen Malware:
Security-Audits/Checks: Diese helfen Ihnen einen Überblick zu bekommen. Für sehr kleine Unternehmen bietet sich der CyberRisikoCheck des BSIs an. Damit bekommen Sie eine erste grobe Übersicht, wie es um die IT-Sicherheit in Ihrem Unternehmen steht. Wenn Sie diesen bereits gemacht haben und/oder einige Maßnahmen fest implementiert haben, raten wir Ihnen jedoch zu einem größeren Security-Audit. Hier werden alle Maßnahmen auf Herz und Nieren geprüft. Dies dient vor allem dazu Sicherheitslücken zu finden und im Anschluss auch zu schließen. Mit einem Experten an Ihrer Seite wird nichts übersehen.
Mitarbeiterschulungen: Malware gelangt immer noch häufig durch Social Engineering-Attacken in das Firmennetzwerk. Dazu werden Mitarbeiter gezielt reingelegt. Es werden beispielsweise Phishing-Mails verschickt. Diese sind heutzutage nicht mehr so leicht zu erkennen wie noch vor zehn Jahren. Deshalb ist es wichtiger, dass Mitarbeitende dafür eine gewisse Achtsamkeit entwickeln und vor dem Öffnen von Mails oder Anhängen noch einmal einen zweiten prüfenden Blick darauf werfen.
Auf technischer Seite gibt es ebenfalls einige Maßnahmen mit denen Sie Ihre eigenen Systeme gegen Malware schützen können.
Eine gute und aktuell gehaltene Firewall: Wichtig ist, dass Sie diese nicht einmal einbauen und vor ihr Netzwerk schalten. Sie muss nicht nur gut konfiguriert sein, sondern die Einstellungen müssen regelmäßig geprüft und überarbeitet werden. Auch Updates müssen regelmäßig eingespielt werden. Eine Firewall ist nur so gut, wie der Verantwortliche, der sich um sie kümmert. Ohne aktuelle Updates, ist Ihre Firewall wie eine Mauer mit Löchern und bietet keinen ausreichenden Schutz. Deshalb sprechen wir uns nur dann für eine Firewall aus, wenn sie auch gepflegt wird. Alles andere führt zu einem trügerischen Sicherheitsgefühl, obwohl das eigentliche Gerät nicht die gewünschte Sicherheit bietet.
Endpoint Security: Hier gibt es viele gute Anbieter zu denen wir Sie auch gern beraten. Durch eine Endpoint-Security kann jedes Gerät noch einmal einzeln geschützt werden. Dadurch hilft sie auch, sollte es einmal Malware durch die Firewall geschafft haben.
Notfallplan und eine Backup-Strategie: Im Falle eines Vorfalls ist direkt klar, welche Schritte notwendig ist. Welche Maßnahmen sind erforderlich? Wer wird verständigt und wie können wir schnellstmöglich wieder arbeiten? Sollte das Unternehmen unter NIS-2 fallen sind zudem Meldestrukturen erforderlich. Denn hier gibt es festgelegte Meldefristen, wann Unternehmen Vorfälle an das BSI melden müssen.
Keine Vorbereitung bedeutet nicht nur Arbeitsausfälle und damit verbundenen finanziellen Schaden, sondern auch einen Reputationsverlust. Wer NIS-2 beachten muss, kann zudem mit Sanktionen rechnen, sollte die Meldepflicht nicht eingehalten werden.
In jedem Fall empfiehlt es sich vorbereitet zu sein, um möglichst schnell wieder handlungsfähig zu sein.
Wir von der ISCL GmbH verstehen uns als Experten für IT-Sicherheit und unterstützen vor allem KMU bei der Umsetzung von Maßnahmen. Am besten fangen Sie noch heute an und buchen den CyberRisikoCheck bei uns. Dieser eignet sich perfekt, um einen ersten Überblick über ihre aktuelle Situation zu bekommen. Alle Informationen finden Sie hier.