Der Bayrische Rundfunk (BR) entdeckte bei einer Recherche eine Sicherheitslücke in deutschen Mobilfunknetzen. Konkret konnten sie folgende Daten abfangen: die 15-stellige IMEI-Kennnummer sowie teilweise auch das Smartphone-Modell und die Betriebssystemversion. Das perfide daran ist, dass die Daten bereits übertragen wurden, noch bevor die angerufene Person, das Gespräch überhaupt annahm.
Wie kann die Schwachstelle ausgenutzt werden?
Je nach Netzbetreiber werden unterschiedlich viele Informationen ausgegeben. Bei Telekom und Vodafone konnten die Tester des BR sogar das Smartphone-Modell und die Betriebssystemversion herausfinden. Dadurch erhalten sie indirekt auch Informationen darüber, ob alle Sicherheitsupdates installiert sind oder das Handy Sicherheitslücken aufweist. Der BR testete 70 Verbindungen und gab an, dass diese Informationen aber nur in bestimmten Konstellationen herausgegeben werden.
Die IMEI-Kennnummer könne vor allem im Ausland auch genutzt werden, um Standorte zu evaluieren. Man könnte beispielsweise die IMEI eines Soldaten herausfinden und dann später anhand der Nummer seinen Standort in Litauen bestimmten. Es lassen sich Personen identifizieren und Bewegungsprofile erstellen.
Wird die Sicherheitslücke geschlossen?
Der BR meldete die Sicherheitslücke bereits Ende Juni den Netzbetreibern Telekom, Vodafone und Telefónica. Vodafone und Telefónica haben angegeben bereits Maßnahmen getroffen zu haben. Die Telekom gab Mitte August an, ebenfalls Maßnahmen zu ergreifen. Der internationale Mobilfunkverband GSMA gab die die Warnung zu der bekannten Lücke auch an seine mehr als 1000 Mitgliedsunternehmen weltweit weiter.
Es bleibt zu hoffen, dass die Sicherheitslücke damit geschlossen werden kann.